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Graham Knop

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local::lib~[de] - Erschaffen und benutzen von Perl Modulen in einem lokalen lib/ Verzeichnis mit PERL5LIB

SYNOPSIS

Im Code -

  use local::lib; # Benutzt das Verzeichnis ~/perl5 zum anlegen des lokalen lib/ Verzeichnisses

  use local::lib '~/foo'; # das selbe, aber mit ~/foo

  # Oder...
  use FindBin;
  use local::lib "$FindBin::Bin/../support";  # Applikationsspezifische Sammlung von Modulen

Von der Shell -

  # Installiert LWP und alle notwendigen Abhängigkeiten in das '~/perl5' Verzeichnis
  perl -MCPAN -Mlocal::lib -e 'CPAN::install(LWP)'

  # Gibt die Shell Kommandos aus um die Umgebung vorzubereiten
  $ perl -Mlocal::lib
  export PERL_MB_OPT='--install_base /home/username/perl5'
  export PERL_MM_OPT='INSTALL_BASE=/home/username/perl5'
  export PERL5LIB='/home/username/perl5/lib/perl5/i386-linux:/home/username/perl5/lib/perl5'
  export PATH="/home/username/perl5/bin:$PATH"

Die Bootstrapping Methode

Ein typischer Weg um local::lib zu benutzen ist die sogenannte "Bootstrapping" Methode. Diese Methode wird benutzt wenn noch kein local::lib auf dem System installiert ist. In diesem Fall kannst du einfach local::lib direkt in deinem Home-Verzeichnis installieren.

Selbst wenn du administrative Rechte hast, ist es wichtig das die Umgebungsvariablen von Schritt 4 in deinem Shell Startup Skript gesetzt werden. Ohne diesen Schritt werden die Module von CPAN weiterhin im System installiert und auch Perl Skripte die du startest würden das von local::lib erstellte lib/ Verzeichnis nicht nutzen.

Standardmäßig installiert sich local::lib in ~/perl5.

Windows Benutzern müssen ausserdem dies hier lesen: "Unterschiede bei Benutzung dieses Module mit Win32".

1. Lade das Tar-Archiv von CPAN runter (Suche nach "Download" auf der CPAN Seite von local::lib) und entpacke es in einem beliebigem Verzeichnis. Um das obige Problem zu vermeiden, sollte man dies als normaler User tun und nicht als root oder Administrator.

2. Starte in dem entstandenen Verzeichnis folgenden Befehl:

  perl Makefile.PL --bootstrap

Wenn das System dir vorschlägt gewisse Dinge eigenständig zu konfigurieren ist es in fast allen Fällen vollkommen in Ordnung einfach "yes" zu antworten.

Falls du local::lib nicht in das Standard Verzeichnis installieren willst, musst du dieses Verzeichnis als Parameter angeben:

  perl Makefile.PL --bootstrap=~/foo

3. Danach folgenden Befehl starten: (local::lib erwartet make auf dem System)

  make test && make install

4. Nun müssen wir die benötigten Umgebungsvariablen, damit Perl unser neu generiertes lib/ Verzeichnis benutzt. Wenn du bash oder eine andere Bourne Shell benutzt, kannst du es über diesen Weg zu deinem Shell Startup Skript hinzufügen:

  echo 'eval $(perl -I$HOME/perl5/lib/perl5 -Mlocal::lib)' >>~/.bashrc

Wenn du C Shell benutzt, du kannst das gleiche hiermit erreichen:

  /bin/csh
  echo $SHELL
  /bin/csh
  perl -I$HOME/perl5/lib/perl5 -Mlocal::lib >> ~/.cshrc

Wenn du beim bootstrappen ein anderes Verzeichnis benutzt als das Standardverzeichnis, dann musst du dieses Verzeichnis als Parameter beim Laden des Modules local::lib angeben:

  echo 'eval $(perl -I$HOME/foo/lib/perl5 -Mlocal::lib=$HOME/foo)' >>~/.bashrc

Nachdem diese Änderungen in deinem Shell Startup Skript gemacht wurden, ist es nun wichtig das diese Umgebungsvariablen auch gesetzt sind in deiner aktuellen Umgebung. In Bourne Shells macht man dies z.B. mit . ~/.bashrc, und in C Shell würde man es mit: source ~/.cshrc mit.

Wenn du eine sehr langsames System hast, oder du unter drakonischen Regulierungen des Plattenplatz leben musst, kann man die automatische Generierung der manpages vom POD bei der Installation des Moduls deaktivieren beim bootstrapping mit dem --no-manpages Parameter:

  perl Makefile.PL --bootstrap --no-manpages

Um zu vermeiden das man mehrere bootstraps macht um z.B. für verschiedene Applikationen eigene local::lib Installationen zu nutzen, kann man eine dieser Umgebungen benutzen um einfach in beliebigen anderen Verzeichnis Module zu installieren und somit weitere eigenständige lib/ Umgebungen zu bekommen:

  cd ~/mydir1
  perl -Mlocal::lib=./
  eval $(perl -Mlocal::lib=./)  ### Um die Umgebungsvariablen für die
                                ### aktuelle Shell zusetzen

  printenv                      ### Hier kannst du sehen das ~/mydir1
                                ### in der PERL5LIB Umgebungsvariable
                                ### steht

  perl -MCPAN -e install ...    ### welche Module auch immer ...
  cd ../mydir2

  ... WIEDERHOLEN ...

Für mehrere Umgebungen in dieser Form brauch man eine Modifikation in der Benutzung von use FindBin in dem "Im Code" Beispiel oben. Wenn du sowas machst, und du hast damit z.B. Perl Module nach ~/mydir1/lib installiert und du hast ein Script in ~/mydir1/scripts/myscript.pl, du musst dort angeben das die Module die es braucht im Verzeichnis ~/mydir1/lib liegen.

In ~/mydir1/scripts/myscript.pl steht dann:

  use strict;
  use warnings;
  use local::lib "$FindBin::Bin/..";  ### zeigt auf ~/mydir1 und local::lib
                                      ### findet dort lib
  use lib "$FindBin::Bin/../lib";     ### zeigt auf ~/mydir1/lib

Setze das vor jeden BEGIN { ... } Block der die Module braucht die du installiert hast.

Unterschiede bei Benutzung dieses Module mit Win32

Um die nötigen Umgebungsvariablen für diese Variablen in der derzeitigen Sitzung mit CMD.EXE zu setzen, kann man folgendes kommando nutzen:

  C:\>perl -Mlocal::lib
  set PERL_MB_OPT=--install_base C:\DOCUME~1\ADMINI~1\perl5
  set PERL_MM_OPT=INSTALL_BASE=C:\DOCUME~1\ADMINI~1\perl5
  set PERL5LIB=C:\DOCUME~1\ADMINI~1\perl5\lib\perl5;C:\DOCUME~1\ADMINI~1\perl5\lib\perl5\MSWin32-x86-multi-thread
  set PATH=C:\DOCUME~1\ADMINI~1\perl5\bin;%PATH%

  ### Um die Umgebungsvariablen für diese Shell alleine zu setzen
  C:\>perl -Mlocal::lib > %TEMP%\tmp.bat && %TEMP%\tmp.bat && del %TEMP%\temp.bat
  ### anstelle von $(perl -Mlocal::lib=./) in bash.

Wenn du willst das die Umgebungsvariablen dauerhaft gesetzt sind, musst du diese in Systemsteuerung / System dauerhaft selber eintragen oder App::local::lib::Win32Helper benutzen.

Die "~" wird übersetzt zu dem Benutzer Profil Verzeichnis (das Verzeichnis was beim User als "Dokumente und Einstellungen" bekannt ist unter Windows XP und vorher oder das "Benutzer" Verzeichnis bei Windows Vista und später), solange $ENV{HOME} nicht gesetzt ist. Das Verzeichnis wird hierbei zu dem korrekten Kurznamen umgewandelt, und muss daher definitiv existieren, und wird um die nötigen Unterverzeichnise erweitert.

GRUNDPRINZIP

Die Version von den Perl Paketen die man benötigt für spezifische Aufgaben sind sehr häufig nicht die richtigen oder korrekten Versionen auf dem System vorinstalliert. Ein Updaten von diesen Modulen ist in vielen Fällen einfach nicht möglich weil die nötigen Rechte fehlen. Ausserdem ist es generell nicht gut eigenständig die Versionen der Module auf dem System auszutauschen, weil natürlich der Rest des Systems genau die Version erwartet die von der Systemverwaltung auch installiert wurde.

local::lib löst dieses Problem, es erlaubt dir dein komplett eigenes Verzeichnis für deine CPAN Module zu haben und bist so nicht genötigt die Module vom System zu nutzen oder andersrum andere User nicht mit individuellen Modulwünschen zu Überarbeitung ihres Codes zu zwingen, weil bestimmte Module zentral für alle auf neuere Version upgedatet werden. Die Installation findet hierbei dann z.B. im Home Verzeichnis statt. Es werden nur Umgebungsvariablen gesetzt die das installierte Perl dazu bewegen die im Homeverzeichnis installierten Module zu benutzen, zusätzlich und vorgezogen zu denen auf dem System.

Daher muss man sich wenn man ein Paket System benutzt, wie z.b. Debian, garnicht mehr Sorgen machen, irgendwas auf dem System zu verletzten nur durch die Installation von Perl Modulen.

BESCHREIBUNG

Dieses Modul bietet eine schnelle und legitime Art und Weise ein sogenanntes bootstrapping zu machen um in einem User Homeverzeichnis eine Sammlung von Modulen zu installieren. Es erstellt auch die nötigen Umgebungsvariablen die benötigt werden um diese Module zu nutzen, passend zu der Shell die der User in der Umgebungsvariable SHELL angegeben hat, um dann direkt passend in die entsprechenden Konfigurationsdateien der Shell einfügt zu werden.

Weitergehend ist local::lib in der Lage Module zu nutzen die nicht im standardmäßigen @INC Pfad von Perl enthalten sind. Das macht es einfacher für bestimmte Applikationen ein bestimmtes Set von Modulen zu installieren ohne die anderen Module auf dem System in irgendeiner Art anzufassen. Damit es z.B. auch sicherer Module zu installieren die vom Maintainer noch nicht als Release verfügbar sind.

Beim Import setzt local::lib die folgenden Umgebungsvariablen zu den nötigen Werten:

PERL_MB_OPT
PERL_MM_OPT
PERL5LIB
PATH

Am PATH wird natürlich angehangen, und nicht ersetzt.

Diese Werte sind dann verfügbar für jeden Code der danach importiert wurde.

ERSTELLEN EINES EIGENSTÄNDIGE SAMMLUNG VON MODULEN

Mit lib::core::only besteht eine Möglichkeit dieses zutun, aber beachte das hier eine Menge von Fallstricken und Problemen existieren, und man sollte immer darauf achten das man auf einem Perl aufbaut was sowenig wie möglich verändert wurde (d.h. site und vendor Verzeichnis so leer wie möglich).

METHODEN

ensure_dir_structure_for

Parameter: $path
Rückgabewert: Keiner

Versucht den angegebenen Pfad anzulegen, mit allen nötigen drüberliegenden Verzeichnissen. Im Fehlerfall wird eine Exception geworfen.

Parameter: $pfad
Rückgabewert: Keiner

Gibt die Umgebungsvariablen aus, die benötigt werden um den angegebenen Pfad als Basis Verzeichnis zu nutzen.

build_environment_vars_for

Parameter: $pfad, $interpolate
Rückgabewert: \%umgebungs_variablen

Gibt ein Hash zurück mit den Variablen die nötig sind in den Umgebungsvariablen um eine Installation in dem gegebenen Pfad zu benutzen.

setup_env_hash_for

Parameter: $pfad
Rückgabewert: Keiner

Setzt die %ENV Einträge basierend auf dem Aufruf von "build_environment_vars_for".

install_base_perl_path

Parameter: $pfad
Rückgabewert: $module_installations_pfad

Gibt den Pfad zurück der benutzt wird um Perl Module zu installieren bei dem gegebenen Pfad als Basis. Prinzipiell wird nur lib und perl5 als Pfadelemente angehangen.

install_base_arch_path

Parameter: $pfad
Rückgabewert: $architektur_module_installations_pfad

Gibt den Pfad zurück der benutzt wird um die Architektur-abhängigen Perl Module zu installieren basirend auf dem angegebenen Pfad als Basis. Basierend auf dem was "install_base_perl_path" zurückgibt, and appends the value of $Config{archname}.asis.

install_base_bin_path

Parameter: $pfad
Rückgabewert: $ausfuehrbare_programme_installations_pfad

Gibt den Pfad zurück, wo ausführbare Programme installiert werden, basierend auf der Basis des angegebenen Pfad. Basierend auf "install_base_perl_path" Rückgabewert, hängt diese Methode noch bin an.

resolve_empty_path

Parameter: $pfad
Rückgabewert: $basis_pfad

Erstellt und gibt zurück den Pfad der benutzt wird als Basis zur Installation der Module. Standardmäßig dies ist ~/perl5.

resolve_home_path( $path )

Parameter: $pfad
Rückgabewert: $home

Versucht das Home Verzeichnis vom aktullen User zu finden. Wenn File::HomeDir installiert ist, für dieses benutzt dafür. Es wird eine Exception geworfen, wenn kein Home Verzeichnis ermittelt werden konnte.

resolve_relative_path

Parameter: $pfad
Rückgabewert: $absoluter_pfad

Macht aus dem angegebenen Pfad einen absoluten Pfad.

resolve_path

Parameter: $pfad
Rückgabewert: $absoluter_pfad

Hierbei wird der Pfad durch die folgende Methoden gegeben, wobei der Rückgabewert der ersten an die nächste weitergeben wird, um die Umgebung zu konfigurieren für die lokale Bibliotheks Installation: "resolve_empty_path", "resolve_home_path", "resolve_relative_path". Der daraus resultierende Pfad wird zu "resolve_empty_path" übergeben, dessen Resultat dann weitergegeben wird an "resolve_home_path", wessen Resultat dann weitergegeben wird an "resolve_relative_path". Dieses Resultat wird dann final an "resolve_path" übergeben, welches dann den Rückgabewert stellt.

EINE WARNUNG VOR UNINST=1

Wenn man local::lib in Kombination mit "make install UNINST=1" benutzt, muss man vorsichtig sein über die Tatsache das der Prozess über die Neuinstallation eine nicht ausreichende Sicherheit hat bezüglich wo er nun installieren muss. Hierdurch mann es passieren das beim deinstallieren eines Modul u.U. das globale Modul deinstalliert wird (wenn die Rechte vorhanden sind) aber die neue Version nur in der lokalen Version installiert ist. Es ist hier also sehr wichtig das man "make install UNINST=1" und local::lib nur gleichzeitig benutzt wenn man sehr sicher darüber ist welche Konsequenzen einem entgegenkommen.

EINSCHRÄNKUNGEN

Die Werkzeuge von perl, die benutzt werden um die Pakete zu installieren (die sogenannte toolchain), sind leider nicht in der Lage sauber mit Verzeichnissen umzugehen die Leerzeichen enthalten und können daher local::lib nicht direkt in ein solches Verzeichnis installieren. Was du machen kannst ist nach der Installation von local::lib und der Module die du in deiner local::lib haben willst, das gesamte Verzeichnis dahin zu bewegen. local::lib kann mit dem Verzeichnis mit Leerzeichen umgehen. Bitte aufpassen das natürlich eine weitere Installation oder ein Erneuern von Paketen mit dem CPAN Programm nicht mehr möglich ist.

Die Shell Erkennung ist sehr primitiv. Derzeit ist es so das alles was "csh" im Namen hat auch als C Shell eingeordnet wird, und alles andere wird als Bourne Shell betrachet, ausser auf Win32 Systemen. Wenn die SHELL Variable nicht gesetzt ist, eine Bourne Shell wird angenommen.

Bootstrap ist leider ein Hack, und wird auf jedenfall CPAN.pm benutzen für ExtUtils::MakeMaker, auch wenn CPANPLUS installiert ist.

Es setzt definitiv PERL5LIB, PERL_MM_OPT und PERL_MB_OPT neu und vernichtet jeden Wert der vorher gesetzt war.

Es sollte vielleicht eine automatische Korrektur der CPAN Config machen, wenn das nicht schon gemacht wurde.

"Patches Welcome" - Patches sind immer willkommen beim Autor oder den anderen Mitwirkenden.

Auf Win32 Systemen werden die Umgebungsvariablen nicht direkt in die Registrierung geschrieben damit sie auch nach dem Neustarten erhalten bleiben.

FEHLERANALYSE

Wenn du local::lib konfiguriert hast CPAN Module in deinem Home Verzeichnis zu installieren, und du danach versuchst mit cpan -i Foo::Bar ein Modul zu installieren, und dabei einen Fehler bekommst, wie: Warning: You do not have permissions to install into /usr/lib64/perl5/site_perl/5.8.8/x86_64-linux at /usr/lib64/perl5/5.8.8/Foo/Bar.pm und in der installationsausgabe steht irgendwo ein Fehler der sagt 'INSTALL_BASE' is not a known MakeMaker parameter name, dann hast du aus irgendeinem Grund dein neue Version von ExtUtils::MakeMaker verloren.

Um dies zu korrigieren, einfach nochmal die bootstrapping Methode laufen lassen, wie oben beschrieben.

Dann starte rm -r ~/.cpan/build/Foo-Bar*

Abschliessend dann nochmal mit cpan -i Foo::Bar installieren und die Probleme sollten verschwunden sein.

UMGEBUNGSVARIABLEN

SHELL
COMSPEC

local::lib schaut in die SHELL Umgebungsvariable um die korrekten Kommandos zu der Shell Konfiguration hinzuzufügen.

Auf Win32 Systemen, COMSPEC wird auch analysiert.

SUPPORT

IRC:

    Wir sind im Channel #local-lib auf dem Server irc.perl.org.

AUTOR DER ÜBERSETZUNG

Torsten Raudssus <torsten@raudssus.de> http://www.raudssus.de/

URHEBERRECHT

Copyright (c) 2007 - 2010 von den local::lib "AUTHOR" in local::lib und "CONTRIBUTORS" in local::lib aufgelistet in local::lib.

LIZENZ

Diese Sammlung ist freie Software und kann unter der selben Lizenz verbreitet werden wie Perl selber.




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